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Interview mit Richard Fank zu den Hilfsprogrammen

Interview mit Richard Fank zu den Hilfsprogrammen

Bild: Richard Fank, Vorstandsvorsitzender

 

Herr Fank, im Moment ist die Situation bestimmt auch für Banken nicht einfach. Wie sieht es gerade in Ihrer Sparkasse aus?

Richard Fank: Wir arbeiten im Hochbetrieb, auch wenn es nach außen manchmal ruhig aussieht. Wir sind für unsere Kunden weiterhin jederzeit telefonisch und online da. Im Innenbetrieb herrscht außerdem jede Menge Aktivität, weil wir die Hilfsprogramme der Förderbanken für Unternehmen, die wegen der Corona-Krise Liquiditätshilfen brauchen, als Hausbank vor Ort umsetzen.

Gibt es denn viele Unternehmen hier im Augsburger Land, die einen solchen Förderkredit in Anspruch nehmen wollen oder müssen?

Richard Fank: Das wissen wir noch nicht so genau. Viele Unternehmen informieren sich noch, bevor sie einen Kredit beantragen und die Programme sind ja noch sehr neu. Wie viele Unternehmen letztlich einen Antrag stellen werden ist noch komplett offen. Aktuell haben wir rund 300 Anfragen von Kunden zu Förderkrediten vorliegen. Daraus haben sich bisher ca. 30 konkrete Anträge ergeben. Auf unserer Internetseite www.ksk-a.de werden übrigens alle Informationen zum Prozess der Mittelbeantragung aktuell vorgehalten. Es lohnt sich, immer wieder einmal nachzuschauen.

Wie sehen diese Programme aus?

Richard Fank: Der Staat stellt über verschiedene Förderbanken Kreditmittel zur Verfügung, die zu besonderen Konditionen beansprucht werden können. Die LfA und die KfW etwa können hohe Volumina zu günstigen Kreditkonditionen vergeben und übernehmen auch den Großteil des Haftungsrisikos der Hausbanken, was uns die Kreditentscheidung erleichtert. Wer einen Antrag stellen will, wendet sich an seine Hausbank. Wir prüfen den Kreditantrag, und sorgen dann bei erfolgreicher Prüfung für eine rasche Auszahlung.

Welche Unternehmen können denn Zuschüsse bekommen?

Richard Fank: Achtung, hier muss man aufpassen. Die Finanzierungsmittel der Förderbanken sind keine Zuschüsse, sondern Kredite zu günstigen Konditionen. Und sie können in einem grundsätzlich vereinfachten Verfahren vergeben werden, da LfA Förderbank Bayern und KfW Kreditanstalt für Wiederaufbau bis zu bestimmten Kredithöhen auf eine eigene Kreditprüfung verzichten und sich auf das Urteil der Sparkassen verlassen. Der Prozess soll unkompliziert laufen, die Kreditprüfung bei der Hausbank bzw. Sparkasse muss aber natürlich weiterhin den banküblichen gesetzlichen Vorgaben entsprechen. Das heißt, dass Antragsteller auch weiterhin als kreditwürdig eingestuft sein müssen, um eines der Darlehen zu bekommen.

Ist das in dieser Ausnahmezeit nicht zu streng?

Richard Fank: Nein, denn es ist auch klar, dass unser Staat nicht einfach alles verschenken kann. Es muss klare Regeln geben und die heißen, dass antragstellende Unternehmen grundsätzlich ein tragfähiges Geschäftsmodell haben müssen und darlegen müssen, dass sie durch die Corona-Krise in Finanzierungsschwierigkeiten geraten sind. Wir müssen auch an die Zeit nach der Krise denken. Das müssen übrigens auch die Hausbanken, die die Kredite weiterreichen. Denn wenn zu viele der Kredite ausfallen sollten, bekommen auch sie mittelfristig ein Problem.

Sind die Hausbanken denn nicht von der Haftung freigestellt, davon liest man doch immer wieder?

Richard Fank: Es gibt eine Haftungsfreistellung für die finanzierende Hausbank – aber nur bis zu einer bestimmten Höhe. Das hängt vom jeweils vergebenen Kredit ab, es geht bis zu 90 %.  Das heißt: Wenn der Kredit nicht zurückbezahlt werden würde, bekäme die ausreichende Hausbank den größeren Anteil an diesem Kreditausfall von der Förderbank „erstattet“ – den Rest aber muss die Hausbank selbst übernehmen.

Wie viele Mittel kann die Kreissparkasse vergeben, muss man sich beeilen, um einen der Förderkredite zu bekommen?

Richard Fank: Im Moment laufen die Programme erst an, insofern besteht kein Grund zur Eile. Im Moment verzeichnen wir allerdings schon eine regelrechte Antragsflut. Das stellt uns – wie die ganze Bankenlandschaft – vor extreme Herausforderungen. Für die Kreditbearbeitung der Firmenkunden stocken wir unsere Personalkapazitäten auf und setzen auch Mitarbeiter aus anderen Bereichen ein. Die Kreditbearbeitungsprozesse laufen so gerade auf Hochtouren. Beachten sollte man auch, dass die Mittel nicht sofort auf dem Firmenkonto ankommen, die Auszahlung dauert einige Tage. Die Hausbanken dürfen den Liquiditätsbedarf nach Einhaltung gewisser formeller Kriterien bereits vorfinanzieren, das Förderdarlehen muss dann aber zeitnah beantragt werden.

Und was können kleinere Gewerbetreibende und Selbständige tun?

Richard Fank: Viele können Soforthilfe aus dem Schutzschirm des Freistaats Bayern beantragen. Die Antragstellung läuft nicht über die Hausbanken, sondern über die Regierungsbezirke. Für Selbstständige und Freiberufler wird außerdem in dieser Woche ein weiteres bundesweites Gesetzespaket beschlossen. Hier wird es um die Betroffenen gehen, die von den bestehenden Programmen nicht ausreichend erfasst werden. Oft sind hier vor allem Zuschüsse wirksam, da Kredite nur in Ausnahmefällen in Frage kommen. So werden mehrere Schirme aufgespannt um den Unternehmen und Selbstständigen in unserer Region finanzielle Rückendeckung in der Corona-Krise zu geben. Das ist uns sehr wichtig, denn wir wollen, dass die Wirtschaft im Augsburger Land auch nach der Krise so leistungsfähig ist wie zuvor.

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